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FAQ ELS Allgemein

Häufig gestellte Fragen zur ELS

Welche Zyklen kann die ELS fahren?

Aktuell sind das:

  • Langdrehen Außen
  • Langdrehen Innen
  • Plandrehen
  • Abstechen
  • Gewindedrehen außen/Innen
  • Kegeldrehen (Innen+Außen)
  • Radius (Innen/Außen Konvex und  Konkav)
  • Bohren
  • Rillendrehen
  • Schleifen/Stoßen
  • Winkelmessung
  • Getriebemodus

Kann ich damit auch Zollgewinde drehen?

Ja! Jede Gewindesteigung ist möglich, in 0,001mm Schrittweiten. Man muss die Gewindesteigung also in mm umrechnen und eingeben. Der Flankenwinkel kann von 0-90° eingegeben werden. Es ist also wirklich jedes denkbare Gewinde einfach zu drehen, ohne Räderwechsel.

Was ist mit Mehrgängige Gewinden?

Ja, auch das ist möglich. Nach jedem Gewindegang dreht man das Futter im gewünschten Winkel weiter und setzt den Winkel auf 0, dann dreht man den nächsten Gang. So sind beliebig viele Gänge möglich, solange es Platz auf der Welle hat.

Gehen auch Kegelgewinde?

Nein, das geht leider nicht. Das würde den Controller überfordern.

Welchen maximalen Fahrweg kann ich einstellen?

Die ELS kann bis maximal 9999,99 mm Positionen erfassen und anfahren. Bis zu 10 m lange Drehmaschinen sind also machbar 🙂

Wie genau kann ich die Steigung/Vorschub einstellen?

Der Vorschub ist in 0,001mm/U Schritten einstellbar.

Meine Maschine ist Typ XY von Hersteller AB, kann ich da die ELS anbauen?

Prinzipiell kann man die ELS an jede Drehmaschine anbauen, solange ein Encoder an der Spindel montierbar ist und man an der X und Z-Achse einen Schritt- oder Servomotor anbauen kann. Dabei muss man die Antriebe so auslegen, dass sie die Last auch schaffen, bei großen Maschinen ist das nicht immer einfach zu schätzen.  Es wurden schon ELS an kleinen Uhrmacherdrehbänken angebaut, aber auch an einer 3-Tonnen-Maschine für das Gewindedrehen an schweren Gussteilen. Die Achsantriebe müssen Schritt/Richtungssignale annehmen können, das ist Bedingung. Manche Servosysteme können das nicht, das muss man beachten.

Kann ich auch Servomotoren anschließen?

Alle Antriebe die Schritt/Richtungssignale akzeptieren können verwendet werden. Man sollte aber darauf achten, dass der Antrieb nicht mehr als 1000 Schritte pro Motorumdrehung benötigt, manche Servoantriebe benötigen mehr Impulse, die sind dann ungeeignet bzw. würde den maximal mögliche Vorschub beschränken.

Meine Maschine hat eine Zoll-Leitspindel, kann ich die auch verwenden?

Das geht, man muss das in mm umrechnen und kann den Wert dann als Leitspindelsteigung eingeben. Das geht bis auf 0,001mm.

Meine Schrittmotorsteuerung kann nur 2000 Schritte / Umdrehung oder mehr, kann ich sie verwenden?

Manche Schrittmotorendstufen (z.B. Beast) laufen erst ab 2000 Schritten/Umdrehung. Diese sind für die Z-Achse nicht geeignet, da sie den maximal mögliche Vorschub an der Z-Achse zu stark reduzieren würden

Meine Maschine hat eine Zoll-Leitspindel, kann ich die auch verwenden?

Das geht, man muss das in mm umrechnen und kann den Wert dann als Leitspindelsteigung eingeben. Das geht bis auf 0,001mm.

Kann ich auch einen Encoder Typ XX verwenden?

Prinzipiell kann man jeden Encoder nehmen der ca. 400 Impulse/Umdrehung liefert und die Signale A und B liefert. Ein Indexsignal ist nicht notwendig. Außerdem muss der Encoder mit 5V Betriebsspannung laufen und die Ausgangssignale müssen TTL 5V sein. Ideal ist es wenn er A, A/, B und B/ liefert, also differentielle Signale, dann kann man ihn ohne Leitungstreiber anschließen.

Gehen auch Baumer-Wellen-Encoder?

Da gilt das selbe: 5V TTL-Ausgang geht immer, die Impulsrate muss passen. Wichtig bei den Typen: Einbauanleitung und Abstände beachten, vor allem die Einbaurichtung ist sehr wichtig.

Wozu dient der Differentielle Leitungstreiber?

Der Treiber wandelt das Signal des AMT 103-V Encoders in ein differentielles Signal um. Dabei wird ein HIGH gleichzeitig als negiertes Signal mit übertragen, was die Störfestigkeit erhöht. Störungen, die in die Signalleitung gestreut werden, werden am Ende wieder heraus gefiltert.  Man kann auch einen Encoder mit differentiellen Signalen verwenden, dann braucht man den Leitungstreiber nicht.
Das schöne am Typ AMT 103-V ist seine Einstellbarkeit, die hat man sonst nicht. Dafür benötigt er leider den Leitungstreiber.

Kann ich eine externe Bedieneinheit anschließen?

Ja, auf der Platine gibt es 2 Stecker die alle Signale führen, diese können mit dem Erweiterungsset auf 2 SUBD-Anschlüsse nach außen geführt werden. Damit sind alle Taster und alle Motorsignale nach außen verfügbar.

Kann die ELS auch einen Frequenzumrichter ansteuern?

Nein, das geht nicht da dazu einiges an Einstellungen notwendig wäre, was wiederum die Bedienung kompliziert machen würde. Um die richtige Drehzahl zu verwenden müsste die ELS wissen welcher Durchmesser gedreht wird, welches Material und welche Schnittgeschwindigkeit erreicht werden muss. Das müsste man dann also bei jedem Zyklus angeben.

Können Messsysteme verwendet werden?

Ein externes Messsystem kann nicht verwendet werden. Die ELS ersetzt sogar ein Messsystem, da es selbst fortwährend die Position anzeigt und damit auch arbeitet, man kann ja direkt Positionen anfahren. Durch Verwendung von Hybridservomotoren ist dank der Positionsrückkopplung eine sichere Positionsermittlung möglich.

Kann die ELS mehrere Zyklen nacheinander fahren?

Nein, jeder Zyklus muss einzeln gestartet werden.

Wie stelle ich einen neuen Vorschub ein? Ich sehe keine Tastatur

Alle Einstellungen werden mit dem Drehknopf gemacht, damit stellt man sehr schnell neue Werte ein, da die Schrittweite der Eingabe angepasst wird. Der Knopf kann noch gedrückt werden und kann so kleinere Schrittweiten einstellen. Auf diese Weise dreht man sich die Werte einfach hin., was viel schneller geht als mit einer Tastatur.

Welcher maximale Vorschub ist möglich?

Der maximale Vorschub in mm/Umdrehung ist direkt gekoppelt am Verhältnis von Encoderimpulsen, Motorschritte/Umdrehung und der Vorschub der Leitspindel. Der maximale Vorschub der ELS 3 ist

Fmax = (4 x Encoderimpulse x Leitspindelsteigung) / Motorschritte

Beispiel:

Encoderimpulse: 400 Impulse/U
Motorschritte: 400 Schritte/U
Leitspindelsteigung: 4mm

Fmax = (4 x 400 x 4) / 400 = 6400/400 = 16mm / U

Selten benötigt man 16 mm/U, daher kann man in diesem Fall die Motorschritte auf 800 stellen (An der Endstufe UND an der ELS) um so einen weicheren Lauf zu bekommen und 8 mm/U als maximalen Vorschub. Erhöht man die Schrittrate des Schrittmotors, verringert man den maximalen Vorschub! Eine Untersetzung verändert den Wert entsprechend, das muss beachtet werden!

Anzustreben ist der Wert den man maximal benötigt, die meisten Dreher fahren selten über 8mm/U, da kann man dann die Anlage darauf einstellen.

Welches Linux läuft auf der ELS?

Haha, gute Frage, gar keins. Die ELS hat einen 8 bit ATXmega-Controller als Computerherz eingeplanzt. Die Software ist auch nur ca. 130 KB klein. Es ist also ein sehr kleiner Controller drin, der aber durch geschickte Programmierung und einem guten Compiler sehr leistungsfähig ist. 

Kann ich den Quellcode haben? Ich möchte das selbst weiter entwickeln

Nein. Es ist kein Opensource, weil es in Avrco-Pascal geschrieben ist, dessen Compiler nicht kostenlos sondern teuer ist, und den nur wenige verwenden. Avrco Pascal ist ein leistungsfähiges System abseits des C-Mainstreams, welches aber dank Pascal sehr gut für Microcontroller geeignet ist und schnellen Code erzeugt. Der Code ist sehr gut lesbar und sehr gut wartbar, und dank Pascal gibt es weniger Fallen in die man tappen kann als in C. Wie man an der ELS sehen kann lassen sich damit auch komplexe Echtzeitsteuerungen auf langsamen Controllern verwirklichen.